Frosch- und Schwanzlurch auf Partnersuche – Aufbau von Amphibienschutzzäunen
Geschrieben von Administrator   
Kaum aus der Winterruhe erwacht, begeben sich viele der heimischen Reptilien, Frosch- und Schwanzlurche schon auf Partnersuche und müssen so manche Gefahr durchstehen. Um zum Beispiel dem „Frühaufsteher“ der Schwanzlurche (Urodela), dem Bergmolch, dessen Laichzeit schon Ende Februar begonnen hat, die Wanderung zum Laichgewässer zu erleichtern, haben die Mitarbeiter des Fördervereins für die Natur der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft e.V. rechtzeitig begonnen, Amphibienschutzzäune aufzubauen.    
 
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Moorfroschpaar (blaues Moorfroschmännchen)        
 
Bislang wurden folgende Arten vom 10.04.2013 bis zum 02.05.2013 erfasst:
 

Vattenfall Europe Mining AG

Länge in m

RbU

KK

EK

MF

GF

TF

LF

KM

TM

Summe

Pechteich

600

2

134

200

171

22

1

2

4

3

539

Altteiche

3.375

214

4.673

176

151

4

81

8

15

45

5.367

Hammerstadt

520

1

52

1

19

5

1

0

0

1

80

Kringelsdorf

1.600

16

862

117

231

2

73

0

0

5

1.306

Werda Ost

200

3

83

8

45

1

1

0

0

0

141

Werda - Dorfteich

300

19

945

125

276

3

74

0

0

5

1.447

Summe

7.045

255

6.749

627

893

37

231

10

19

59

8.880

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landesamt f. Umwelt, LW, Geol.

 

 

 RbU

KK

EK

MF

GF

TF

LF

KM

TM

Summe

Tauer

 

1

429

486

223

15

15

1

0

3

1.173

Zimpel

 

0

640

29

220

2

10

1

0

8

910

Kleinölsa

 

33

892

109

190

2

9

1

0

3

1.239

Reichwalde

 

130

4.356

159

272

16

42

6

3

3

4.987

Trebus

 

16

818

 284

28

3

70

 0

0

2

1.221

Kaschel

 

630

6.728

1.466

3.844

867

84

4

0

131

13.754

Peternack

 

34

652

152

383

4

33

2

2

34

1.296

Kreba

 

1654

7.801

375

8.356

10

2.104

9

28

86

20.423

Gesamt

7.269

2.498

22.316

3.060

13.516

919

2.367

24

33

270

45.003

 
 
 
RbU     Rotbauchunke                        GF        Grasfrosch                 TM    Teichmolch
KK        Knoblauchkröte                      TF         Teichfrosch
EK        Erdkröte                                    LF        Laubfrosch
MF        Moorfrosch                               KM       Kammolch                                                                  
 
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Erdkrötenweibchen am Krötenzaun  
 
 
Auf den Straßen zwischen Förstgen und Klitten, zwischen Kreba und Kaschel sowie bei Reichwalde, Werda und Hammerstadt und Trebus haben Schutzzäune auf einer gesamten Länge von etwa 13 Kilometern auf beiden Seiten der Fahrbahn ihren Platz gefunden. Hierfür wurden Furchen in den Boden gezogen, Löcher für die Auffangeimer gegraben und der etwa 50 cm hohen Schutzzaun schlussendlich mit Eisenscharnieren befestigt, welche in den Erdboden gesteckt wurden. Dieser Zaun stellt für die wandernden Amphibien und Reptilien ein Hindernis dar, an welchem sie nicht ohne weiteres vorbei kommen. So hüpfen und kriechen sie am „Schutzwall“ entlang, bis es auf einmal tief nach unten geht. Denn aller 20 m ist im Boden ein Eimer versenkt, in welchen die Tiere somit hineinfallen. Diese nummerierten Behältnisse werden ein- bis zweimal am Tag von den Mitarbeitern des Fördervereins kontrolliert und die Tiere werden auf die andere Straßenseite getragen. Die Mitarbeiter müssen nun entsprechende Daten hinsichtlich der Anzahl der Tiere, der Art, des Geschlechtes und des Alters, sofern dieses feststellbar ist, erfassen und in Listen dokumentieren. Insgesamt wird die Kontrolle über einen Zeitraum von etwa 54 Tagen erfolgen. Die Überprüfung der Zäune und die Erfassung der jeweiligen Daten wird jährlich geführt, sodass ein Vergleich der einzelnen Jahre und Schlussfolgerungen hinsichtlich Erfolg und Effizienz der Amphibienschutzzäune gezogen werden kann.

Amphibien sind die stammesgeschichtlich älteste Klasse der Landwirbeltiere. Zunächst durchlaufen sie das Larvenstadium im Wasser und können nach der Metamorphose terrestrisch leben. Sie sind „doppellebig“ (aus dem Griechischen amphi=“auf beiden Seiten“, bios=“Leben“), jedoch auch als erwachsene Tiere auf die Nähe von Gewässern angewiesen. Tümpel und Teich dienen demnach im Frühjahr als Laichgewässer und Wohnort der später heranwachsenden Kaulquappen. Die meisten Lurche sind auf das Gewässer, in welchem sie heranwuchsen, geprägt und suchen dieses für ihre eigene Fortpflanzung und Laichablage im darauffolgenden Jahr auf. Für die Wanderung vom Winterquartier bis zum bevorzugten Tümpel müssen Molch, Erdkröte und Laubfrosch bisweilen mehrere Fahrbahnen passieren und finden durch den Straßenverkehr oft den Tod. Der Aufbau von Amphibienschutzzäunen und deren regelmäßige Kontrolle schützt Frosch und Salamander jedes Jahr. Dieser Naturschutz ist aber auch von Nöten, denn in den letzten Jahren ist ein weltweiter Rückgang dieser Tiere zu verzeichnen, dem es gilt, entgegen zu wirken. In Deutschland kommen 21 einheimische Arten vor – sieben Schwanzlurch- und 14 Froschlurcharten. Nur fünf dieser gelten nicht als bundesweit gefährdet. Zu nennen sind hier Teich-, Faden- und Bergmolch, Erdkröte und Teichfrosch. Grasfrosch und Feuersalamander stehen auf der Vorwarnliste und alle anderen Arten finden ihren Eintrag auf der Roten Liste. Für einen Großteil dieser Tiere gilt die Bundesrepublik als Gesamtareal, für welche besondere Verantwortung und Schutz gelten. Bei Fragen erreichen Sie uns unter der 035932-36708.
(Text: Katja Hädicke)