| Frosch- und Schwanzlurch auf Partnersuche – Aufbau von Amphibienschutzzäunen |
| Geschrieben von Administrator | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Kaum aus der Winterruhe erwacht, begeben sich viele der heimischen Reptilien, Frosch- und Schwanzlurche schon auf Partnersuche und müssen so manche Gefahr durchstehen. Um zum Beispiel dem „Frühaufsteher“ der Schwanzlurche (Urodela), dem Bergmolch, dessen Laichzeit schon Ende Februar begonnen hat, die Wanderung zum Laichgewässer zu erleichtern, haben die Mitarbeiter des Fördervereins für die Natur der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft e.V. rechtzeitig begonnen, Amphibienschutzzäune aufzubauen. Moorfroschpaar (blaues Moorfroschmännchen) Bislang wurden folgende Arten vom 10.04.2013 bis zum 02.05.2013 erfasst:
RbU Rotbauchunke GF Grasfrosch TM Teichmolch KK Knoblauchkröte TF Teichfrosch EK Erdkröte LF Laubfrosch MF Moorfrosch KM Kammolch Erdkrötenweibchen am Krötenzaun
Auf den Straßen zwischen Förstgen und Klitten, zwischen Kreba und Kaschel sowie bei Reichwalde, Werda und Hammerstadt und Trebus haben Schutzzäune auf einer gesamten Länge von etwa 13 Kilometern auf beiden Seiten der Fahrbahn ihren Platz gefunden. Hierfür wurden Furchen in den Boden gezogen, Löcher für die Auffangeimer gegraben und der etwa 50 cm hohen Schutzzaun schlussendlich mit Eisenscharnieren befestigt, welche in den Erdboden gesteckt wurden. Dieser Zaun stellt für die wandernden Amphibien und Reptilien ein Hindernis dar, an welchem sie nicht ohne weiteres vorbei kommen. So hüpfen und kriechen sie am „Schutzwall“ entlang, bis es auf einmal tief nach unten geht. Denn aller 20 m ist im Boden ein Eimer versenkt, in welchen die Tiere somit hineinfallen. Diese nummerierten Behältnisse werden ein- bis zweimal am Tag von den Mitarbeitern des Fördervereins kontrolliert und die Tiere werden auf die andere Straßenseite getragen. Die Mitarbeiter müssen nun entsprechende Daten hinsichtlich der Anzahl der Tiere, der Art, des Geschlechtes und des Alters, sofern dieses feststellbar ist, erfassen und in Listen dokumentieren. Insgesamt wird die Kontrolle über einen Zeitraum von etwa 54 Tagen erfolgen. Die Überprüfung der Zäune und die Erfassung der jeweiligen Daten wird jährlich geführt, sodass ein Vergleich der einzelnen Jahre und Schlussfolgerungen hinsichtlich Erfolg und Effizienz der Amphibienschutzzäune gezogen werden kann. Amphibien sind die stammesgeschichtlich älteste Klasse der Landwirbeltiere. Zunächst durchlaufen sie das Larvenstadium im Wasser und können nach der Metamorphose terrestrisch leben. Sie sind „doppellebig“ (aus dem Griechischen amphi=“auf beiden Seiten“, bios=“Leben“), jedoch auch als erwachsene Tiere auf die Nähe von Gewässern angewiesen. Tümpel und Teich dienen demnach im Frühjahr als Laichgewässer und Wohnort der später heranwachsenden Kaulquappen. Die meisten Lurche sind auf das Gewässer, in welchem sie heranwuchsen, geprägt und suchen dieses für ihre eigene Fortpflanzung und Laichablage im darauffolgenden Jahr auf. Für die Wanderung vom Winterquartier bis zum bevorzugten Tümpel müssen Molch, Erdkröte und Laubfrosch bisweilen mehrere Fahrbahnen passieren und finden durch den Straßenverkehr oft den Tod. Der Aufbau von Amphibienschutzzäunen und deren regelmäßige Kontrolle schützt Frosch und Salamander jedes Jahr. Dieser Naturschutz ist aber auch von Nöten, denn in den letzten Jahren ist ein weltweiter Rückgang dieser Tiere zu verzeichnen, dem es gilt, entgegen zu wirken. In Deutschland kommen 21 einheimische Arten vor – sieben Schwanzlurch- und 14 Froschlurcharten. Nur fünf dieser gelten nicht als bundesweit gefährdet. Zu nennen sind hier Teich-, Faden- und Bergmolch, Erdkröte und Teichfrosch. Grasfrosch und Feuersalamander stehen auf der Vorwarnliste und alle anderen Arten finden ihren Eintrag auf der Roten Liste. Für einen Großteil dieser Tiere gilt die Bundesrepublik als Gesamtareal, für welche besondere Verantwortung und Schutz gelten. Bei Fragen erreichen Sie uns unter der 035932-36708. (Text: Katja Hädicke) |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||